Als ich gefragt wurde, ob ich mal eine Mitfahrt im Rallycross EM Skoda Fabia unternehmen möchte, fragte ich mich, ob das Ernst oder ein Witz war. Da die Frage aber von Olaf Voß (Vossy) kam, sollte es natürlich kein Witz sein. Erst überlegte ich, ob ich das wagen sollte und eine Sekunde später sagte ich „JA, natürlich, ich will“ und Vossy meldete mich an. Dann kam der Tag X …Samstag, Schlüchtern, im Fahrerlager und das erste Rallycross der Vereinsgeschichte des MSC. Gerade verfrachteten die Mechaniker von Rene, den EM Boliden aus dem Trailer und da stand er…ein mit einem schwedischen 570 PS Motor ausgestattetes und Allradangetrieben Rallycross-Monster. Zusätzlich zu den ausreichenden PS gesellen sich ca. 800 bullige Newtonmeter. Das müsste doch für einen raketenmäßigen Vorschub langen. Nach einem Presse-Meeting im Sprecherturm, wurde die Reihenfolge der Mitfahrenden Presseleute von Roland Hanke aufgeschrieben. Um 14:00 Uhr war es dann soweit. Wir versammelten uns alle auf der neuen Startplatte vom MSC-Schlüchtern. Je Näher der Augenblick kam, um so näher kam auch ein nie dagewesenes Bauchgefühl das irgendwie anders war, als ich es von mir kannte. War das Angst, Freude oder eine gehörige Portion Respekt? Unten im Fahrerlager wurde der Skoda nun zum Leben erweckt und das „Aha“ Gefühl stieg noch mehr an. Als der Skoda dann seine bullige Front über die Kuppe Richtung Startplatte bewegte wurde es so langsam Ernst. Wir schauten uns alle an und überlegten, ob unsere Entscheidung Richtig war oder wir unseren Mut doch ein bisschen zu hoch angesetzt hatten. Die Mechaniker ließen noch einmal den Drehmomentschlüssel klacken und prüften das Auto. Dann schnallte sich der erste Fotograf an und Rene fuhr los. Ein lauter Knall schallte beim Gas wegnehmen vor der ersten Kurve aus den nicht kleinem Auspuffrohr. Spätestens jetzt waren alle, die an der Strecke standen wach Aber für viele ist das ja reine Musik. Rene scheuchte seinen EM-Skoda abwechslungsweise mit den Presse Männern um die neue Strecke.

Dann war er gekommen, der Moment, als ich den Helm auf meinem Kopf hatte. Nun überlegte ich nicht mehr, ob ich den Helm doch wieder absetzen sollte, jetzt musste ich da durch und wollte es auch. Das Einsteigen durch die Rohre des Überollkäfiges in den Schalensitz brachte ich gut hinter mich und Renes Mechaniker half mir beim anschnallen des 5 Punkt Gurtes. Den Beifahrersitz, den die Mechaniker in den Skoda eingepflanzt haben war sehr tief und man konnte noch einigermaßen gut aus der Frontscheibe herausschauen. Dann war es soweit, der Mechaniker machte die Türe zu denn ich konnte sie eh nicht zumachen, so fest im Sitz angeschnallt kam ich eh nicht an den Griff. Rene legte den ersten Gang mit einem schon etwas lauterem Klack ein was bei diesen Getrieben nicht unnormal ist. Wir sind dann schon sehr schnell in Fahrt gekommen und waren in null komma nix in der ersten Kurve. Die schwedischen Pferdchen hatten ja auch ordentlich Futter vom Fahrer bekommen. Schon in der Einführungsrunde ließ Rene seinen Skoda ordentlich um die beiden ersten Kurven entlang driften, was mir und ihm enormen Spaß bereitete. Dann links hinunter in die Senke, durch die untere Kurve im sogenannten „Loch“ und dann habe ich gedacht, dass wir irgendwo im Himmel wieder raus kommen. Da sieht man erst mal nicht, wo man hinfährt. Aber zum Glück weiß Rene und ich, dass es da oben nach der Kuppe rechts herum geht. Als wir sozusagen wieder auf der Erde waren brüllte der schwarzgelbweiße Skoda mit irrem Vorschub los und ich dachte, wer schiebt denn da hinten so enorm nach vorne. Dass diese Kanonenkugel so schnell im Schotterbereich vorschnellt, hätte ich nie gedacht. Nach einem kurzem Blinzeln meiner Augen flogen wir schon auf die erste Kurve zu. Ich konnte gar nicht mit bremsen wie das manchmal die Beifahrer so machen, denn dazu hatte ich echt nicht die Zeit. In einem herrlichen Drift, rauschten wir um die erste Kurve. Den Sven Kopf sah ich noch mit seinem Foto links auf dem Hügel der ersten Kurve stehen und dachte mir ob er auch das richtige Händchen zum auslösen hat? Ja klar, er hatte es, und die zwei Fotos wurden absolut toll. Lange konnte ich mich nicht um Sven kümmern oder vielleicht mal wie die Queen so locker aus dem Handgelenk winken, er war ja innerhalb einer Sekunde am linken Rand vorbeigeschnellt und verschwunden. Einmal geschaltet, einmal kurz aufs Gas und wir waren schon wieder bei Kurve 1 nach dem Start. Dass die Handbremse nicht nur dafür da ist, das Auto zum stehenbleiben zu zwingen ist mir dann schnell klar geworden. Ein kurzer Zug am langen und senkrecht nach oben stehenden Handbremshebel plus einer kleinen Lenkbewegung am Lenkrad ließ den Skoda leicht in die Kurve hinein driften. Wunderschön und sehr eng an der Streckenbegrenzung, zirkelte Rene das Auto um die Links. Am Anfang lenkte er das Auto ein bisschen zu früh ein und ich dachte, dass wir nicht ganz die Kurve schaffen würden und uns mit der Böschung bekannt machen müssen. Da half nur eins, Vollgas und das Auto schoss im quer schiebenden und untersteuerten Drift ein Stück nach vorne und schon war das Ding gegessen. Rene hatte seinen quer drifteten Allradler immer super im Griff. Ruck zuck waren wir an der nächsten Kurve wo sich auch die Joker Lap befindet. Rene wählte nun die innere Asphaltbahn. Dann kam die Handbremse erneut zum Einsatz und es wurde gedriftet was das Zeug hielt. Wir bogen dann natürlich wieder schön quer in den linksknick Richtung der unteren Strecke ein und schossen den Berg hinab in das sogenannte Loch. Als wir durch die Kompression prügelten tauchte der Skoda doch erheblich in seine Federn ein und ich spürte einen recht ordentlichen Druck auf den Körper. Spätestens jetzt saß ich total feste im Schalensitz und ein Stückchen tiefer dachte ich. Die unterste Kurve drifteten wir noch einmal Handbremstechnisch und Wunderschön hindurch und dann ging es das zweite mal in Richtung Himmel. Man, war ein klasse Gefühl und es war allererste Sahne. Auch die Leute, die in der Höhe vom Sprecherturm standen, sah ich nur schemenhaft an mir vorbeischnellen. Leider war es nach der Geraden vorbei und ich wäre total gerne noch viele, viele Runden mitgefahren. Rene sagte mir, dass irgendwas am Auto nicht in Ordnung sei und er langsam fertig fahren müsse. Schade, war, dass die anderen Presse-Kollegen nicht, in den Genuss der Mitfahrt gekommen sind. Ich hätte es ihnen so gegönnt. Das Hinterachs-Differential hatte sich mit Geräuschen abgemeldet und eine Weiterfahrt war dann zu gefährlich. Folgeschäden sind dann sehr ärgerlich und teuer. Das Aussteigen brachte ich auch wieder gut hin, obwohl das gar nicht so leicht ist. Immer wieder würde ich es wagen, so eine Mitfahrt zu machen, denn das bekommt man sonst nirgends geboten.

Ein riesen Danke muss ich aber noch an alle loswerden, die das ermöglicht haben. Als allererstes an Roland Hanke, der das in die Taufe gerufen hat. Dann an Olaf Voß von Rallycross-EM, der mich gefragt und dann angemeldet hat. Natürlich auch noch an den MSC-Schlüchtern bzw. Harald Köpf + seinem Helmverleih, Harald Klemann vom DMSB, Rainer Welzel von DRX-Media der die Fotos auf der Startplatte geschossen hat , Sven Kopf für die schönen Fotos auf der Strecke und den Piloten, der es so Richtig krachen ließ. Hier die Homepage von Rene Münnich.

JoRö